Die Feuerwehrsanitäter

...DAS Bindeglied zwischen der Feuerwehr und den Rettungsdiensten

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Heimlich-Handgriff

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aus Wikipedia , der freien Enzyklopädie 

Das Heimlich-Manöver, auch Heimlich-Handgriff genannt, ist eine Nothilfemaßnahme bei drohender Erstickung bedingt durch eine komplette Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper (Verschlucken). Es wurde von seinem Erfinder, dem US-amerikanischen Arzt Henry J. Heimlich, erstmals 1974 beschrieben.

Anwendung bei stehendem Patienten 

Die Arme des Helfers umfassen dabei von hinten den Brustkorb des Patienten. Der Helfer bildet mit einer Hand eine Faust und legt sie flach zwischen Bauchnabel und Brustbein auf. Mit der anderen Hand greift er die Faust und zieht sie dann ruckweise kräftig nach schräg-oben zum Körper - so oft wie nötig, um den Fremdkörper aus der Luftröhre zu befördern.

Der massive Druck mit der Faust auf den Oberbauch soll das Zwerchfell nach oben drücken und damit einen Überdruck in der Lunge hervorrufen, der den Fremdkörper hinausschleudert. Dabei soll der Brustkorb selbst nicht zusammengedrückt werden.

Bei unsachgemäßer, ungestümer Anwendung des Heimlich-Manövers besteht die Gefahr von Rippenbrüchen und inneren Verletzungen beim Patienten. Insbesondere bei Kindern sollte von der Anwendung abgesehen werden (siehe Alternativen).

Gegenanzeigen 

  • Bei einer Fischgräte z. B. funktioniert das Prinzip kaum, weil diese die Atemwege nicht komplett verschließt und daher der Überdruck an ihr vorbei entweicht, ohne sie zu befördern.
  • Auch Versuche, mit dem Heimlich-Manöver Wasser aus der Lunge zu entfernen, sollten entgegen früheren Empfehlungen unterlassen werden. Die Flüssigkeit wird innerhalb kürzester Zeit über die Lungenbläschen resorbiert.
  • Die Durchführung des Heimlich-Manövers bei bereits eingetretener Bewusstlosigkeit ist sehr komplex und beinhaltet einige Komplikationen. Der Laienhelfer sollte hier lediglich die Laienreanimation durchführen.

Kritik 

Das Heimlich-Manöver ist in Deutschland kein Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausbildung. Oft wird dies damit begründet, dass die Anwendung des Heimlich-Manövers zu Rippenbrüchen und inneren Verletzungen führen kann. Allerdings ist dies kritisch zu betrachten, da es sich bei der Atemwegsverlegung um eine lebensbedrohliche Situation handelt, bei der nach drei Minuten selbst bei einer erfolgreichen Wiederbelebung irreparable Schäden am Gehirn aufgrund Sauerstoffmangel auftreten. Jede weitere Minute ohne Sauerstoffversorgung verringert überdies die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch, so dass die Entscheidung, geringere Verletzungen nicht in Kauf nehmen zu wollen, keinen Sinn ergibt. Selbst die schlimmstenfalls vorkommenden inneren Verletzungen (beispielsweise Milzruptur) benötigen im Gegensatz zur Atemwegsverlegung keine zeitkritische Behandlung.

Eine differenziertere Kritik setzt darauf auf, dass die meisten Atemwegsverlegungen durch Alternativen gelöst werden können. Selbst wenn diese scheitern sollten, könnte der Patient wegen der Seltenheit einer vollständigen Atemwegsverlegung meistens durch Beatmung lange genug mit Sauerstoff versorgt werden um das Eintreffen fachlicher Hilfe zu überbrücken. Die Erfahrung zeige, dass Helfer dazu neigen, sofort und unfachgemäß Extremmaßnahmen anzuwenden, wenn andere und ungefährlichere Hilfsmethoden genauso zum Erfolg geführt hätten. Die wenigen Fälle, bei denen allein das Heimlich-Manöver angebracht wäre, könnten nicht rechtfertigen, dass eine breit unterrichtete, aber unfachgemäß durchgeführte Hilfe im Endeffekt wahrscheinlich zu mehr Verletzungen und Todesfällen führe.

In Österreich wird das Heimlich-Manöver seit den im November 2005 beschlossenen ERC Guidelines for Resuscitation wieder in der Erste-Hilfe-Ausbildung gelehrt.

Der Heimlich-Handgriff wird auch im Zuge der Ausbildung zum Rettungssanitäter gelehrt. Dieser muss als Maßnahme beim Patienten schriftlich verzeichnet werden, um das Krankenhauspersonal auf mögliche Verletzungen vorzubereiten.

Alternativen 

Der Patient beugt sich nach vorn, oder legt sich bäuchlings auf einen Stuhl, so dass die Luftröhre eine schiefe Ebene mit Kopftieflage bildet. Der Helfer schlägt dem Patienten kräftig mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter, wodurch der Fremdkörper gelockert und ausgehustet werden kann. Rückenschläge bei aufrechtem Oberkörper sind nicht empfehlenswert, weil der Fremdkörper dadurch eher tiefer in die Luftröhre rutschen kann.

 

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